Besuch einer Finnischen Schülergruppe "Pietarsaaren lukio" aus Jakobstad in Bünde

18. April 2002



Die Darbietung der jungen Damen erscheint recht hitverdächtig...
...und überraschen mit der finnischen Traditionskleidung.
Sie präsentieren so nebenbei die Jakobstader Symbole.
Ein witziger Auftritt der männlichen "Balletmädchen"
Eine gelungene tänzerische Darbietung des finnischen Tangos.
Das Saunalied wird im Original Outfit vorgestellt.

 

Jakobstad/Pietarsaari in Bünde

Für einen Tag, nämlich den 18.April, hatten 30 Schülerinnen und 6 Schüler des Gymnasiums „Pietarsaaren lukio“ in Bünde gastiert und vormittags das Gymnasium am Markt in Begeisterung versetzt. 90 Minuten dauerte das 28-Nummern-Programm, mit dem sie die Jungen und Mädchen der Jahrgänge 9 und 10 in der Aula in Bündes Partnerstadt versetzten. Denn von poppigen Songs, gesungen und von einer Band gespielt, bis zu besinnlicher Folklore war ein weiter Bogen gespannt, und auch optisch wurde ein bunter Bilderbogen durch finnisches Leben dargeboten: von Trachtenklei-dern bis zu frecher Teeny-Mode beim Hip-hop war alles dabei! Sogar der finnische Salon-dance Nr.1, der Tango mit Tangokönigin, wurde von zwei Paaren und einer Sängerin vorgeführt. Aber auch Ulk und Ironie wurden spürbar beim Saunalied und beim Ballett, gespielt von vier Schülern. Manche der Musikstücke waren bekannte Hits, die von einem begeisterungsfähigen Publikum mitgeklatscht wurden. Ist es da ein Wunder, dass die 14- bis 18-jährigen Finnen in dieser Stimmung völlig losgelöst aufspielten und geradezu professionell wirkten? 

Dieses Programm, das das Leben in Finnland widerspiegelte zwischen den Festivals des Sommers, den Kuriositäten wie dem Frauentragen der Männer und der Handy-Manie der Mädchen und andererseits melancholischen Stimmungen, traf voll ins Schwarze! Untermalt im eigentlichen Sinne wurden die meisten Szenen von Dia-Projektionen aus Jakobstad/Pietarsaari und seiner Region Österbotten. Eine tolle Show – die mit den anwesenden deutschen Schülerinnen und Schülern zwischen 15 und 17 Jahren genau die Zielgruppe des Schüleraustausches ansprach!

Die DFG-Bünde hatte schon vor Monaten von der Stadtverwaltung gehört, dass eine finnische Schülergruppe die Partnerstadt Bünde und deutsche Jugendliche kennen lernen wolle. Der DFG-Vorstand hatte sich dies dann zur „Chefsache“ gemacht und in Kontakten vor allem mit dem Gymnasium am Markt und zuletzt auch noch zur Erich-Kästner-Gesamtschule vorbereitet. Hinzu kamen Briefe, Faxe und E-Mails zwischen den  Lehrerinnen Hilkka Toiviainen und Anna-Leena Salokorpi und andererseits dem Musiklehrer J.Oberschmidt und der DFG. Dennoch blieb bis zuletzt das Programm geheim, so dass die Überraschung am 18.4. umso größer war.

Der Schulleiter des Gymnasiums am Markt, OStD Tilly, führte seinen Kollegen Hannu Sulkakoski und die Deutschlehrerin und Fahrtleiterin Hilkka Toiviainen einschließlich H.-W.Münch als eigentlichen DFG-Gastgeber durch die Bünder Schule, was für die finnischen Gäste sehr informativ war. 

In der „Brasserie am Stadtgarten“ gab es das verdiente Mittagessen. Anschließend empfingen der Sellvertretende Bürgermeister Lohrie und die für die Städtepartnerschaft zuständige Frau Bartetzko die finnischen Jugendlichen und ihre Betreuer im Rathaus.

Es blieb gerade für einen Minibummel etwas Zeit, denn bald schon sollte im „Forum“ der Soundcheck für die zweite Aufführung beginnen. Gerade soeben noch fanden die beiden Deutschkollegen H.-W.Münch und H.Toiviainen Gelegenheit, in einer Buchhandlung Bildbände über Deutschland und die hiesige Region sowie Material für den Deutschunterricht in Finnland einzukaufen. 

Am Abend waren leider nicht allzu viele junge Zuhörer erschienen; dennoch kann gesagt werden, dass mit der Aufführung am Morgen der Zweck, junge Menschen für die Partnerstadt in Finnland zu interessieren, erfüllt worden ist. Andererseits ließen die Schüler und Schülerinnen aus beiden Städten den Tag in einem Bünder Jugendlokal gesellig ausklingen...

Die Zeit war zu knapp bemessen, aber man muss fairerweise erwähnen,  dass die Reisegruppe auf dem Hinweg bereits Lübeck ausgiebig besucht hatte und auf der Rückreise für Goslar noch ein Tag vorgesehen war. So bleibt nur noch zu sagen, dass die Kosten für den Bünde-Aufenthalt wegen einer DFG-Spende recht günstig gehalten werden konnten. Dank gebührt besonders auch Horst Menke für Hilfe bei der Organisation und für seine Fahrdienste.

(H.-W.Münch)


 

Bericht der Zeitung NEUE WESTFÄLISCHE

Lokalteil Bünde vom 19.04.2002

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